Economic Value Added – auch für KMU?

 

Economic Value Added als zusätzlicher ökonomischer Wert

Die Methode des Economic Value Added (EVA) ist relativ neu und eher komplex, wird aber hin und wieder auch bei KMU als Vergleichsgrösse beigezogen.

Dabei geht es darum festzustellen, welchen zusätzlichen ökonomischen Wert ein Unternehmen (bzw. dessen Management) erzielt und wie hoch der Marktwert ist. Ein positiver Economic Value Added bedeutet, dass der Marktwert gesteigert werden konnte.

Vor diesem Hintergrund wird somit das gemessen, was als wirtschaftlicher Erfolg bzw. als wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bezeichnet wird. Die Frage stellt sich also, wie viel des Gewinns vor Zinsen und nach Steuern übrig bleibt, wenn die Kapitalgeber eine angemessene Rendite erhalten haben.

 


 

Diverse Korrekturen (Conversions)

Unter dem Economic Value Added-Ansatz entspricht der Wert eines Unternehmens der Summe aus dem Kapital, das eingebracht worden ist (abzüglich Abschreibungen), und dem Wert, den das Unternehmen zusätzlich erarbeitet hat.

Die prinzipiell komplexe (oder zumindest aufwendige) Vorbereitung zeigt sich in den verschiedenen Korrekturen, die im Vorfeld vorzunehmen sind. Dazu gehören beispielsweise sogenannte Conversions (Umwandlungen/Anpassungen):

  • Das operative Ergebnis soll ohne Einfluss von nichtbetrieblichen Faktoren dargestellt bzw. ausgewiesen werden
  • Die latenten Steuern werden aus der Bilanz heraus- und dem Aktionärsvermögen zugerechnet
  • Die Finanzierungen werden durch Grössen wie Leasingverbindlichkeiten, Mieten oder unverzinsliche Verbindlichkeiten bereinigt
  • Die tatsächliche Abnützung der Aktiven sollte nach ökonomischen und nicht nach steuerlichen Gesichtspunkten erfolgen

Zudem werden Korrekturen bei der Erfassung der Kosten und der Bewertung der Lager vorgenommen. Ebenso davon betroffen sind Abschreibungen von Forderungen gegenüber zahlungsunfähigen Schuldnern, die Verrechnung von Transferpreisen und das Behandeln von Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen.

 

Es wird das gemessen, was als wirtschaftlicher Erfolg bzw. als wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bezeichnet wird

 


 

Vorteile

  • Sinnvolle Ergänzung zum DCF-Modell
  • Bedeutende und anerkannte Wertkennzahl grösserer Unternehmen
  • Auf allen Ebenen des Unternehmens einheitliches und konsistentes Steuerungsinstrument
  • Periodenbezogener Massstab zur Messung der Performance

Nachteile

  • Umfangreiche Anpassungen notwendig, um die gewünschte Aussagekraft zu erhalten
  • Die Ermittlung der Zahlen zur Berechnung des EVA sind teilweise eher schwer nachzuvollziehen

 


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