Der Mittelwert ist praktisch und grundsätzlich bewährt

 

Mit Netto-Substanzwert und Ertragswert

Beim Mittelwert (Praktikermethode) wird der Wert des Eigenkapitals als Durchschnitt von Netto-Substanzwert und Ertragswert berechnet. Die Gewichte werden zwar in der Regel unterschiedlich verwendet, doch wird oft das Verhältnis von 1:2 gewählt.

Daraus ergibt sich der Wert des Eigenkapitals als Resultat aus Nettosubstanzwert + 2 x Ertragswert / 3.

Der Substanzwert widerspiegelt das Eigenkapital des Unternehmens und damit das Aktienkapital, die Reserven, den Gewinnvortrag und den Jahresgewinn.

 


 

Stille Reserven eruieren und künftige Gewinne abschätzen

In einem zweiten Schritt werden die stillen Reserven in den Immobilien, in Maschinen, Anlagen, Einrichtungen und im Warenlager separat berechnet und danach zum Eigenkapital addiert. In diesem Zusammenhang werden grundsätzlich Gewinnsteuern fällig, die im Rahmen der Transaktion (Kauf oder Verkauf) zu berücksichtigen sind.

Beim Ertragswert wiederum geht es darum, die künftigen Gewinne abzuschätzen. Dabei wird modellhaft unterstellt, dass auch in den nächsten Jahren ein konstanter Gewinn realisiert werden kann. Diese Gewinne, die theoretisch in der Zukunft anfallen, werden auf den Zeitpunkt der Bewertung umgerechnet und fliessen danach in den Mittelwert ein.

Bei dieser Methode handelt es sich um ein einfaches und grundsätzlich nachvollziehbares Modell. Sowohl der Netto-Substanzwert als auch der Ertragswert sind prinzipiell ohne grössere Schwierigkeiten zu eruieren und in die erwähnte Formel einzusetzen. Durch das Variieren der Gewichtungen können zudem die zukunftsgerichteten Kriterien mehr oder weniger stark einbezogen werden.

Dennoch ist zu berücksichtigen, dass die Wahl der Gewichtungsfaktoren rein subjektiv ist und nicht betriebswirtschaftlich begründet werden kann.

 


 

Lediglich als grobe Annäherung

Zwar wird der Mittelwert als Basis für die Wertermittlung in breiten Kreisen unterstützt. Unserer Ansicht nach ist diese Form der Unternehmensbewertung aber lediglich sinnvoll, um eine erste grobe Annäherung zu erreichen.

Ziehen wir beispielsweise die Regressionsmethode bei, um eine Aussage über die Werthaltigkeit des Praktikeransatzes zu machen, resultieren daraus nämlich in der Regel Ergebnisse, die deutlich über den de facto realisierbaren Marktwerten zu liegen kommen.

 


 

Vorteile

  • Der Ertragswert des Unternehmens wird hier, im Gegensatz zum reinen Substanzwertverfahren, berücksichtigt
  • Gute Mischung zwischen konservativem Substanzwert und zukunftsgerichteten Ertragswert

Nachteile

  • Die Nachteile des Substanzwertverfahrens können nur unwesentlich gemindert werden
  • Die Wahl der Gewichtungsfaktoren ist subjektiv, hat aber gleichzeitig einen grossen Einfluss auf den Unternehmenswert

 


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