Substanzwert als Wiederbeschaffungswert

 

Replikation des Unternehmens

Der Substanzwert widerspiegelt den Betrag, der aufzuwenden wäre, um das Unternehmen mit allen materiellen und immateriellen Werten sowie den vorhandenen Verpflichtungen nachzubauen und wird auch als Wiederbeschaffungswert bezeichnet.

Unter dem Wiederbeschaffungswert wird somit der Geldbetrag verstanden, der investiert werden muss, um ein bestehendes Unternehmen exakt zu replizieren.

 


 

Ertragspotenzial wird nicht erfasst

Bei einem Industriebetrieb würde dies bedeuten,

  • die Fabrik- und Bürogebäude zu erstellen,
  • Maschinen zu kaufen, zu transportieren und in Betrieb zu setzen,
  • weitere Anlagegüter zu beschaffen (und die erforderlichen Abschreibungen zu berücksichtigen),
  • die IT zu installieren sowie
  • Zufahrtsstrassen, Parkplätze und Kläranlagen zu bezahlen.

Danach würden die Aktiven des Unternehmens addiert werden, wobei es in den meisten Fällen wahrscheinlich eine offene Frage bliebe, wie der Wert der Aktiven zu messen wäre. Denn dieser bezieht sich üblicherweise lediglich auf die einzelnen Vermögensgegenstände und berücksichtigt daher den Werteffekt aus dem Zusammenspiel der einzelnen Elemente nicht.

Damit kommt auch das Ertragspotenzial, das aus dem Gesamtunternehmen entsteht bzw. entstehen kann, nicht zum Tragen. Zu diesem Potenzial zählen beispielsweise das Know-how der Mitarbeitenden und ihre Entwicklungsmöglichkeiten, die Fähigkeit des Managements, die Qualität der Führung oder die Innovationskraft des Unternehmens.

 


 

Für kleine KMU allenfalls wesentlich

Obwohl der Substanzwert somit als alleinige Wertgrösse grundsätzlich ohne Bedeutung ist, sollte er bei kleinen KMU dennoch nicht ganz ausser Acht gelassen werden.

So könnte es nämlich durchaus sein, dass einige Unternehmen massgeblich von der materiellen Substanz sowie von immateriellen Werten, wie etwa dem Kundenstamm oder bestimmten Patenten, bestimmt sind.

 


 

Vorteile

  • Ermittlung der Grundlagen ist wenig aufwendig (insbesondere im Vergleich zu Ertrags- bzw. Cash Flow-Grössen)
  • Immaterielle Vermögenswerte werden berücksichtigt
  • Das betriebsnotwendige Vermögen ist im Fokus
  • Konservative und damit „wertsichere“ Wertermittlungsmethode

Nachteile

  • Die Ertragskomponenten des Unternehmens werden nicht berücksichtigt
  • Bildet die künftigen Ertragspotenziale nicht bzw. nur ungenügend ab
  • Je nach Unternehmen sind die aktuellen Marktwerte kaum eruier- bzw. errechenbar
  • Spiegelt die Marktposition bzw. die Marktchancen kaum wider

 


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