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Glückliche Unternehmer

Publiziert von André Pahud am 12. Januar 2019 unter Unternehmenskauf

 

 

Glückliche Unternehmer

 

Glückliche Unternehmer bewerten ihre Firmen laut einer Untersuchung tendenziell weniger hoch als unglückliche.

Was könnte der Grund dafür sein?

 

Wert ist nicht gleich Preis

Spricht der Verkäufer eines Unternehmens vom Wert, dann geht es dem Käufer um den Preis. Daran können Nachfolgen scheitern.

In der Tat ist es ein Dilemma: Für den einen ist es schwierig, den Preis abzuschätzen. Und der andere kann den Wert nicht fassen, weil er nur den Preis vor Augen hat. Ohne einen Verkäufer kann der Käufer aber nicht kaufen, und ohne einen Käufer wird der Verkäufer auf seinem Unternehmen sitzen bleiben.

 

Wert aus Sicht des Eigentümers

Die Frage dreht sich also um den Preis, der es wert ist, bezahlt zu werden. Schauen wir uns an, was diesen Wert aus Sicht des Eigentümers ausmacht.

Für ihn sind Kriterien wichtig, die sich auf die Vergangenheit beziehen: Die bisherigen Cash-flows, der beträchtliche Maschinenpark, die jahrelangen Kundenbeziehungen, die innovativen Mitarbeiter oder das angeblich konkurrenzlose Verteilernetz.

 

Glückliche Unternehmer bewerten weniger hoch

Doch was den Wert des Betriebs wirklich definiert, beurteilt jeder auf seine Weise. Dennoch gibt es eine interessante Parallele. Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young kamen in einer Untersuchung zum Ergebnis, dass glückliche Unternehmer ihre Firmen tendenziell weniger hoch bewerten als unglückliche.

Ausserdem werden viele der finanziellen und ideellen Ziele erreicht. Zudem beurteilen sie sich als persönlich, gesellschaftlich und finanziell erfolgreich („glücklich und zufrieden“) und engagieren sich verstärkt in Themen wie Startups, gemeinnützige Organisationen oder sportliche und kulturelle Anlässe.

 

Unzufriedene Unternehmer fordern einen hohen Wert

Unzufriedene Unternehmer fordern hingegen oft einen hohen Wert ein und wollen so kompensieren, was ihnen über Jahre hinweg gefehlt hat. Oder, um es mit den Worten eines beteiligten Unternehmers zu sagen: „Dafür, dass ich jahrelang so geschuftet habe, will ich bei einem Verkauf endlich anständig verdienen.“

Doch hier drückt sich aus, was ein gewichtiger Grund für enttäuschende Nachfolgen ist: Die bisherigen Eigentümer wollen für ihren Einsatz und somit für ihren Verzicht auf „das Leben, das andere in dieser Zeit führen konnten“, anerkannt werden.

Sie wollen „jetzt etwas zurückbekommen“, quasi eine finanzielle „Anerkennung“ zugesprochen erhalten für ihren unermüdlichen Einsatz, von dem nun andere „profitieren“ werden.

 

Zu welchem Preis will der Unternehmer eigentlich loslassen?

Insbesondere tendenziell unzufriedene Unternehmer beurteilten ihre Betriebe, wie erwähnt, gegenüber dem Marktwert (-preis) als wesentlich zu hoch. Gleichzeitig sinkt jedoch so die Chance, überhaupt einen Nachfolger zu finden, drastisch.

Spätestens hier stellt sich nämlich die Frage, zu welchem Preis der Unternehmer eigentlich loslassen kann und will. Und wann dies der Fall sein könnte.

Was läge also näher, als Unternehmen zu kaufen, die von zufriedenen Menschen geführt werden?

 

 

© ap pahud & partner

 

 

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