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My Way

Publiziert von André Pahud am 23. September 2018 unter Nachfolge

 

My Way

 

 

Es wäre uns allen zu wünschen, dass wir in zwanzig, dreissig oder vierzig Jahren mit Freude auf unsere Lebensspur zurückblickten – in der Gewissheit, für uns ganz persönlich „richtig“ entschieden zu haben.

 

 

Irgendwann ist es soweit

Wir stehen da, blicken zurück und fragen uns, ob es das nun war.

Trafen wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten die richtigen Entscheidungen? Haben wir überhaupt je über wesentliche Fragen entschieden, oder liessen wir uns eher von den Umständen leiten? Was hätten wir genau gleich und was völlig anders gemacht?

 

Whatever will be, will be

Für die einen stellen sich diese Fragen mit vierzig oder fünfzig, für andere mit sechzig, siebzig oder achtzig – oder gar nie. Weshalb auch, sagen viele, sollte man sich damit auseinandersetzen? Was geschehen sei, werde durch ständiges Hinterfragen nicht besser: Es ist, wie es ist, und es kommt, wie es kommen muss.

Der Hit „Que sera, sera. Whatever will be, will be. The future’s not ours to see“ aus den fünfziger Jahren spielt ziemlich genau darauf an.

Diese Sichtweise spiegelt eine innere Haltung wider, die wir in ihrer konsequenten Form nur selten finden. Zugleich spricht sie für ein Urvertrauen und unterstreicht die Botschaft, dass letztlich alles seine Richtigkeit und seinen tieferen Sinn hat.

Wir beobachten diese tiefe Zuversicht allenfalls noch bei sehr alten Menschen. Ihre reiche Lebenserfahrung hat gezeigt, dass so manches unabwendbar ist. Und nicht wenige entwickelten daraus eine eigentliche Lebensklugheit.

 

Vertrauen in die Zukunft

Es ist aber gerade dieses grosse Vertrauen in die Zukunft, diese ausgeprägte Hoffnung auf gute Zeiten und diese tief empfundene Geborgenheit, die viele als naiv und weltfremd beurteilen.

Für sie ist eine solche Haltung zu passiv und zu wenig selbstbestimmt, sie ist zu fatalistisch und allzu andersartig. Ihr Argument: Wir können unser Leben aktiv prägen, und wir sind sehr wohl in der Lage zu entscheiden und dadurch unsere Zukunft – wenigstens ein Stück weit – zu bestimmen.

Machen wir einen Abstecher zu Peter F. Drucker, der es einst in etwa so formulierte: „Die Zukunft vorhersehen heisst, diese zu gestalten.“ Dabei ging er davon aus, dass jeder und jede von uns die eigene Zukunft formen soll. Er trat für einen formenden, aktiven Ansatz ein.

 

Mit Freude zurückblicken

Natürlich sind wir weitgehend frei in dem, wie wir uns entwickeln oder ab wann wir uns nicht mehr fortbewegen wollen.

Aber wir sind gleichzeitig immer auch mit anderen verbunden, von ihnen abhängig und gleichzeitig für sie verantwortlich. Was wir tun oder unterlassen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken oder was wir vernachlässigen, wofür wir uns entscheiden oder wohin wir uns treiben lassen, beeinflusst sowohl uns als auch unsere mittel- und unmittelbare Umgebung.

Die Philosophie, die wir vertreten, und die Art und Weise, wie wir unsere Wünsche und Vorstellungen umsetzen, beeinflussen uns und unsere Einstellung zur Zukunft nachhaltig.

Die einen finden somit ihren Weg im Credo, dass kommen wird, was kommen mag. Andere wiederum fühlen sich verpflichtet, ihre Zukunft aktiv zu gestalten.

Es wäre einfach zu wünschen, dass wir in zwanzig, dreissig oder vierzig Jahren mit Freude auf unsere Lebensspur zurückblickten – in der Gewissheit, für uns ganz persönlich „richtig“ entschieden zu haben.

Und schlicht ergreifend wäre es, wir könnten später mal mit Frank Sinatras Worten sagen: „… the record shows I took the blows – and I did it my way“.

 

 

© ap pahud & partner

 

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