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Positive Erfahrungen

Publiziert von André Pahud am 25. Juli 2017 unter Nachfolge

 

 

Wir alle kommen persönlich sowie als Unternehmer und Unternehmerinnen wesentlich weiter, wenn wir mehr positive als negative Erfahrungen machen. Weshalb ist dies so, und was wäre zu tun?

 

Negatives ist schädlich für das Gehirn

„Drei zu eins“ bezeichnet nicht etwa der Stand in der Halbzeit zwischen Liverpool und Hoffenheim vom vergangenen Mittwoch.

Verschiedene Hirnforscher – auch solche, über die vor einiger Zeit ein medialer Gewittersturm hinweggezogen ist – verstehen darunter vielmehr eine spannende und gleichzeitig wenig beachtete Beziehungsgrösse in der Kommunikation.

Diese baut auf zwei grundlegenden Prämissen auf. Die erste setzt die inzwischen erhärtete Erkenntnis voraus, dass sich negative Äusserungen und abschätzige emotionale Interaktionen schädlich auf das Gehirn auswirken.

Positive Erfahrungen sind wichtig für uns

Die zweite stützt die Annahme, dass positive Worte und eine offene Grundhaltung für die Entwicklung und Steuerung des Hirns tendenziell günstiger sind.

Bei Kindern ist dieser Effekt besonders ausgeprägt: Der Nachwuchs, der uns Eltern in verschiedenen Situationen immer wieder mal den Spiegel vorhält, entwickelt sich erfahrungsgemäss deutlich rascher und erfolgreicher in einer Umgebung, die mit positiven Emotionen besetzt ist.

Je mehr sie ihr Umfeld also durch fördernde Eindrücke erleben, desto deutlicher interagieren nach diesem Ansatz die Nervenzellen und umso kreativer, interessierter und liebevoller verhalten sich Jungen und Mädchen. Wird das familiäre oder soziale Umfeld als belastend oder negativ empfunden, vernetzen sich die Neuronen hingegen weit weniger markant.

1 x negativ ruft nach 3 x positiv

Nun ist dies kein Aufruf zu einfach gestrickten „think positive“- oder „keep smiling“-Selbsthilfeprogrammen: Gelegentlich negative, allenfalls belastende und einschränkende Phasen gehören ebenso zur persönlichen Entwicklung wie freudige Erfahrungen.

Doch das Verhältnis positiven Erlebnissen zu negativen sollte sich wenn möglich bei mindestens drei-zu-eins einpendeln. Oder, anders gesagt: Auf jede negative Bemerkung müssten im Schnitt drei (oder mehr) bestärkende Aussagen kommen, so dass die kräftigenden Einflüsse überwiegen.

Gerade die kleinen Dinge zählen

Nun ist es weder in der Familie noch im Beruf immer einfach, lobende, aufmunternde oder unterstützende und dennoch ehrlich gemeinte Worte zu finden. Erst recht nicht in schwierigen Phasen. Aber vielleicht nehmen wir uns doch hin und wieder die Zeit, kurz zu reflektieren, wer denn heute wodurch überzeugt hat.

Manchmal sind es übrigens gerade die kleinen Dinge, jene, die oftmals unbeachtet bleiben und fürs Ganze dennoch wichtig sind, die zählen. Anerkennende, echt gemeinte Worte oder Gesten wären dann wahrscheinlich exakt das Richtige und täten wirklich gut.

Bestimmt auch jenem Sohn, der sich kürzlich beim besten Willen nicht erinnern konnte, wann ihn sein Vater zuletzt für seinen bedeutenden Einsatz im Familienunternehmen gelobt hatte.