Eine externe Unternehmensnachfolge kann Chancen eröffnen

 

Wie könnte die Nachfolge ausserhalb der Familie realisiert werden?

Da sich die Nachfolge innerhalb der Familie seit einigen Jahren immer weniger häufig realisieren lässt, wird oft die Unternehmensnachfolge ausserhalb der Familie gewählt.

In dieser anspruchsvollen Phase helfen wir Unternehmern und ihren Familien, die richtige Nachfolgelösung zu finden.

Dazu begleiten wir den gesamten Übergabeprozess bis zum erfolgreichen Abschluss der Nachfolge.

Szenarien für die externe Nachfolge

Für die familienexterne Unternehmensnachfolge bieten sich folgende Möglichkeiten an:

  • Management Buy-out (MBO)

Die bisherige Führungscrew, die jedoch nicht zur Familie gehört, kauft die Firma. Auf diese Weise bleibt das über viele Jahre aufgebaute Know-how und die grosse Erfahrung der bewährten Führungskräfte erhalten.

Da die Käufer jedoch in der Regel nicht über genügend eigene Mittel verfügen, wird das MBO zumeist durch finanzielle Begleitung von Investoren oder Kreditgebern sichergestellt.

Das Management Buy-out ist für viele Eigentümer der bevorzugte Variante, um die familienexterne Unternehmensnachfolge zu gewährleisten. Einer der wesentlichen Vorteile dieser Lösung besteht darin, dass der Unternehmensinhaber sein Unternehmen nicht an einen aussenstehenden und unbekannten Dritten, sondern an das ihm seit vielen Jahren bekannte eigene Management übergibt und damit die Kontinuität gewährleistet.

  • Management Buy-in (MBI)

Bei dieser Variante kommen neue Führungskräfte, die weder zur Familie gehören noch bislang im Unternehmen tätig waren, an Bord. Sie kaufen das Unternehmen und stellen gleichzeitig die oberste Führungsmannschaft.

Auch das externe Führungsteam verfügt in aller Regel kaum über die finanzielle Kraft, um ein Unternehmen zu übernehmen. Bei einem Management Buy-in ist daher häufig zuerst ein Eigenkapitalinvestor am Kauf des Targets interessiert und sucht sich in der Folge das passende Führungskader.

In den vergangenen Jahren sind relativ viele MBIs gescheitert. Zurückzuführen sind diese Misserfolge oftmals auf die fehlende Akzeptanz bei den Mitarbeitenden, auf eine schwache zweite Führungsebene, ungenügende Kenntnisse der Branche oder auf eine allzu riskante Akquisitionsfinanzierung.

  • Übernahme durch einen Finanzinvestor

Private oder institutionelle Finanzinvestoren übernehmen regelmässig Unternehmen, um es neu auszurichten und später im Rahmen eines MBO, eines MBI oder eines Börsengangs gewinnbringend zu verkaufen.

Das oberste Ziel des Finanzinvestors ist die Rendite. Anders als strategische Investoren machen Finanzinvestoren bereits beim Kauf klar, dass sie ihre Beteiligung nach rund fünf bis sieben Jahren wieder verkaufen werden.

Industrielle Synergien spielen bei Finanzinvestoren daher keine Rolle (es sei denn, die Beteiligungen werden dazu verwendet, mehrere Unternehmen zusammenzuführen und auf diese Weise synergetische Effekte zu erzielen).

  • Übernahme durch einen strategischen Investor

Wird diese Lösung gewählt, dann verkauft die Eigentümerfamilie ihr Unternehmen an ein anderes Unternehmen – häufig an einen Konkurrenten.

Strategische Investoren verfolgen zwar auch Renditeziele. Von Bedeutung sind aber oftmals andere Absichten: Zugang zu neuen Märkten, Aufbau von Kooperationen, Zugriff auf Technologien, Sicherung von Know-how oder die Verteilung von Risiken. Sie suchen nicht primär den Ausstieg, denn das Engagement wird normalerweise nur dann wieder verkauft, wenn die gesetzten Ziele nicht zu verwirklichen waren oder wenn sich diese im Laufe der Zeit ändern.

Strategischen Investoren ist es ein Anliegen, sich auch bei wesentlichen operativen Themen einzubringen. Daher versuchen sie, klare Mehrheiten bzw. das Unternehmen als solches zu erwerben.

  • Fusion mit einem anderen Unternehmen

Als gelegentlich praktizierter Weg zur familienexternen Nachfolge wird das Zusammenführen des Familienunternehmens mit einem Konkurrenten gewählt. Dieser Schritt muss jedoch gut überlegt sein, da gewisse Vorteile, die ansonsten aus einem Verkauf ergeben können (insbesondere der Kapitalfluss), bei dieser Variante nicht zu realisieren sind.

Vielmehr bleibt das bisherige Unternehmen durch den Austausch von Beteiligungen im Familienvermögen gebunden – mithin gekoppelt mit einem proportional geringeren Einfluss als bisher.

  • Börsengang (IPO)

Hier entscheiden die Eigentümer, das Unternehmen an die Börse zu bringen und so Zugang zum Kapitalmarkt zu erhalten. Auf diese Weise generieren sie in der Regel umfassende liquide Mittel, die wiederum zur Befriedigung familieninterner Bedürfnisse eine einmalige Chance darstellt.

Aus Sicht des Unternehmens wiederum ermöglicht dieser Schritt, den Aktionärskreis zu erweitern und sich relativ günstig mit Fremdkapital zu versorgen.

Ergänzende Informationen zum Themenkreis siehe auch Handlungsempfehlungen für familienexterne Nachfolgeregelung.

 

 


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