Handlungsfelder definieren Optionen

 

In einem zweiten grundsätzlichen Schritt ist es wichtig, Handlungsfelder zu definieren und gedanklich durchzuspielen, was vorgekehrt werden muss für:

  • das Unternehmen
  • den Eigentümer/die Eigentümerin
  • die Unternehmerfamilie
  • die Unternehmensführung
  • die Mitarbeitenden
  • die Kunden und Lieferanten
  • das weitere geschäftliche Umfeld

 


 

Den Horizont erweitern

Manchmal ergeben sich im Verlauf der Gespräche wesentliche Erkenntnisse, mit denen man ursprünglich kaum gerechnet hätte. So kann es vorkommen, dass die geplante “natürliche” Nachfolge durch die Tochter oder den Sohn keine reale Handlungsoption darstellt, weil die Kinder anderen Lebenszielen folgen.

In solchen Fällen wäre es wünschenswert, wenn im Rahmen einer familieninternen Lösung weitere potenzielle Nachfolger vorhanden wären. Allenfalls wäre vielleicht der eigene Ehe- oder Lebenspartner, unter Umständen auch der (wesentlich jüngere) Bruder, die Schwester, die Nichte oder der Neffe geeignet und geneigt, das unternehmerische Erbe anzutreten.

Wie die Erfahrung der letzten Jahre und wenigen Jahrzehnte zeigt, ist jedoch oftmals eine familienexterne Nachfolge die favorisierte Lösung. So steht möglicherweise der Verkauf an das bisherige Management im Vordergrund (MBO), allenfalls auch der Verkauf an eine Führungscrew, die von aussen kommt (MBI). Oder es zeichnet sich der Verkauf an einen strategischen Investor (Konkurrenzunternehmen, Lieferant, Kunde) bzw. an einen Finanzinvestor (Private Equity) ab.

Möglicherweise besteht die Alternative praktischerweise aber lediglich in der Übergabe der eigentlichen Führungsverantwortung an einen familienexternen Geschäftsführer. Das Kapital am Unternehmen sowie die strategische Führung würden in diesem Fall weiterhin in der Familie verbleiben.

 


 

Investition in die Zukunft

Auch hier sind die richtigen Fragen bzw. sorgfältig reflektierte Antworten wichtig, um die Handlungsfelder besser wahrnehmen und eingrenzen zu können:

  • In welcher Form sollen Eigentum und Führung fortgeführt werden?
  • Wie sehen die jeweiligen Optionen aus?
  • Was bedeuten die Optionen hinsichtlich der Kontinuität des Unternehmens?
  • Welche Auswirkungen haben diese Optionen auf das Unternehmens- und das Privatvermögen?
  • Wie wird die finanzielle, steuerliche, rechtliche und vorsorgetechnische Seite berührt?
  • Inwiefern können die Vision, die Ziele und die Werte des Unternehmens auch künftig gelebt werden?
  • Was bedeutet diese Lösung für die Unternehmerfamilie und ihre Reputation?
  • Mit welchen Reaktionen ist seitens des Managements, der Kunden und der Öffentlichkeit zu rechnen?
  • Mit welchen Schwierigkeiten und Auswirkungen muss man sich bis wann auseinandergesetzt haben?

 

 


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