Stabwechsel: Die letzten Schritte

 

Unternehmer sind sich einsame Stunden gewohnt. Sie kennen Momente, in denen sie auf sich allein gestellt waren und zu einer Entscheidung kommen mussten. Doch diese vorletzte Phase, wenn es darum geht, den Stabwechsel tatsächlich zu vollziehen, stellt möglicherweise alles Bisherige in den Schatten.

 

Die entscheidende Phase

Diese Phase ist entscheidend für das Gelingen der Nachfolge. Sie zeigt, ob der eingeschlagene Weg tatsächlich der richtige und der auserwählte Nachfolger wirklich der passende ist.

Eigentümer und Nachfolger arbeiten von jetzt an während einer bestimmten Zeit eng zusammen: Der eine unverändert als Unternehmer, der andere als sein designierter Nachfolger. Dieser wird in die wichtigen Entscheide eingeführt, nimmt an wesentlichen Gesprächen teil, erlangt sukzessive mehr unternehmensinternes Wissen, wird Schlüsselkunden vorgestellt und lernt die zentralen Lieferanten kennen.

Die zweitletzte Phase ist häufig geprägt von widersprüchlichen Eindrücken und Gefühlen. Sowohl der übergebende als auch der übernehmende Eigentümer befinden sich nun in einer ungewohnten Situation. Jetzt wird das konkret, wovon alle bislang nur gesprochen und worauf sie sich theoretisch (anhand von Szenarien, Businessplänen, Finanzierungsstrukturen und vertraglichen Konstrukten) vorbereitet hatten.

Es ist zugleich eine erfolgskritische Phase. Der bisherige Eigentümer muss alles tun, damit dem Nachfolger ein ausgezeichneter Start ermöglicht wird. Er muss ihn in den ersten Tagen und Wochen begleiten, offene Fragen durchgehen, ihn mit Mitarbeitern und Abläufen vertraut machen und ihn in die Geheimnisse des Unternehmens einweihen.

 


 

Ist alles klar?

Auch in dieser Phase kommen die Parteien durch gezielte Fragen weiter:

  • Welches sind die wesentlichen Entscheidungskriterien?
  • Weshalb sollte der vorgesehene Nachfolger der richtige sein?
  • Ist es die charakterliche Eignung, seine Persönlichkeitsstruktur?
  • Wen bindet der designierte Nachfolger in die Entscheidungsfindung ein?
  • Wann (bzw. wie) eröffnet er seine Entscheidung?
  • Sind die künftigen Rollen klar?
  • Sind die funktionalen Grenzen bekannt?

 

 


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