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Wandel geschieht, mit oder ohne uns

Publiziert von André Pahud am 27. März 2018 unter M&A

 

 

 

 

Fusionen bringen Menschen zusammen. Menschen auch, die bislang nicht zusammen gehörten, die nichts miteinander zu tun hatten. Und nun doch müssen. Ob sie wollen oder nicht.

 

Es geht um Emotionen

„Wäre die vertikale Integration unseres langjährigen Lieferanten nicht genau der perfekte Schlüssel, mit dem wir unsere drängenden Probleme auf einen Schlag lösen könnten?“

Allenfalls eine naheliegende Frage, doch eine mit Fallstricken. Bekanntlich ist eine Fusion keine simple buchhalterische Übung, kein organisatorisches Umhängen von Funktionsgruppen und auch kein technisches Zusammenlegen von Einheiten.

Es geht vielmehr um Menschen und ihr Selbstverständnis, ihre eigene Geschichte und damit jene des Unternehmens, ihre individuellen Ziele, ihre persönlichen Erwartungen und Hoffnungen.

Es geht um über Jahre und Jahrzehnte gewachsene Strukturen, um Funktionen, Positionen, um Gewohnheiten und um ureigene Spielregeln. Und es geht um Emotionen.

Die Vorteile müssen klar sein

Im Vorfeld von Fusionen sprechen wir zwar üblicherweise von den klassischen ökonomischen Triebfedern: einer stärkeren Marktstellung im Einkauf, der effizienteren Auslastung der Produktionsbereiche, dem Erwerb von spezifischen Verfahrenskenntnissen oder dem Aufbau von Marktanteilen.

Doch unter der sachlich begründbaren Oberfläche regen sich Gefühle.

„Wer löst da wem wessen Probleme?“, wird auf Führungs- und Mitarbeiterebene implizit und explizit gefragt. Denn nur wenige sind bereit, Neues einfach so, vorbehaltlos, zu akzeptieren. Kaum jemand sehnt sich nach unabsehbaren Änderungen, die zu allem Überdruss mit unvorhersehbaren Konsequenzen verbunden sind. Kommen wir trotzdem nicht um Anpassungen herum, müssen zumindest die Vorteile klar sein.

Fusionen bringen Menschen zusammen

Doch Fragen bleiben. Was kommt danach? Wo finde ich mich wieder? Wie geht es mit mir weiter? Wir reagieren instinktiv mit einer bestimmten inneren Haltung, die darauf ausgerichtet ist, Widerstände zu erzeugen.

Verhalten wir uns in unserem privaten Umfeld nach diesen Ablaufmustern, ist häufig nur der engste persönliche Kreis betroffen. Kommen solche Denkschemata aber in Unternehmen oder öffentlichen Organisationen zum Ausdruck, wird es komplizierter.

Fusionen verfügen über das Potenzial, unsere gefühlte und gelebte Identität im eigentlichen Sinn des Worts zu verrücken.

Sie bringen nun mal Menschen zusammen. Menschen auch, die bislang nicht zusammen gehörten, die nichts miteinander zu tun hatten – und haben wollten. Und nun doch müssen. Ob sie wollen oder nicht.

Ein Orchester mit Doppelbesetzungen?

Es ist, als fänden sich plötzlich alle im selben Orchester wieder. Aber mit Doppelbesetzungen, unklaren Platzordnungen, mit unterschiedlicher Vorgeschichte und verschiedenen Prägungen.

Damit ein solches Zusammenspiel letztlich zum Erfolg wird, müssen nicht nur die Töne, der Takt, der Rhythmus und das Tempo stimmen. Es braucht vielmehr das ausgeprägte Einfühlungsvermögen des Orchesterleiters, um die sprichwörtliche Einheit in der Vielfalt zu bekommen.

Die Harmonie des Stücks zeigt sich letztlich darin, ob alle Solisten ins Ensemble integriert worden sind – sowie, auf welche Art sich die Musiker entfalten können und wie gut die Instrumentengruppen aufeinander abgestimmt sind. Von der Führung wird also viel, in der Regel sogar sehr viel erwartet – und dies durchaus zu Recht.

Die Führungscrew ist der Schlüssel zur erfolgreichen Fusion

Doch vor allem die Führungscrew ist gefordert, sowohl unternehmerisch als auch persönlich. Sie ist es, die letztlich mit ihrer persönlichen Einstellung und Haltung darüber entscheidet, ob die Fusion und die anschliessende Integration erfolgreich verlaufen werden.

Vielleicht erinnern wir uns dann an die Worte eines bedeutenden Philosophen, der es so ausdrückte: „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an – und handelt.“

Dante Alighieri, von dem dieses Zitat stammt, hat sich in seinem bewegten Leben mehr als einmal an seinen Worten messen lassen müssen. Und nicht nur er wusste: Wandel geschieht, entweder mit oder ohne unser Zutun.

 

 

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