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Was wäre wohl, wenn …?

Publiziert von André Pahud am 30. Juni 2017 unter M&A, Nachfolge

 

 

Was hilft uns, den Blickwinkel zu ändern, und zwar so, dass wir uns auf unerwartete Ereignisse oder Ergebnisse frühzeitig einstellen können?

 

Fragen zur Vergangenheit bringen uns kaum weiter

Vielleicht wäre es ganz anders gekommen.

Was wäre beispielsweise gewesen, hätten wir das Unternehmen dem internationalen Logistiker früher verkauft?

Oder was wäre passiert, wenn die Tochter und nicht der Schwiegersohn die Nachfolge im Unternehmen angetreten hätte? Und was wäre wohl geschehen, hätten wir uns entschieden, den Konkurrenten in Süddeutschland schon beim ersten Anlauf zu übernehmen?

Wir wissen es nicht. Und, ehrlich gesagt, was bringt es uns, wenn wir nach Wochen, Monaten oder Jahren fragen, was wir allenfalls verpasst haben oder anders hätten machen sollen? Klar, wir könnten das eine und andere daraus lernen (sofern wir wir dazu wirklich bereit wären und zudem die richtigen Schlüsse zögen). Aber das wär’s dann auch schon gewesen.

Was wäre wohl, wenn …?

Der eigentliche Punkt ist hingegen einer anderer: Wir stellen viele Fragen erst im Nachhinein. Daher sollten wir die Sache mal anders angehen und uns fragen, was wäre wohl, wenn wir das eine oder andere tun würden. Die Fragen gleichen sich zwar auf den ersten Blick, doch die Antworten bringen uns wesentlich weiter.

Ändern wir also den Blickwinkel und formulieren die Fragen neu. Beispielsweise so:

  • Was wäre, wenn wir in den norditalienischen Markt einsteigen würden?
  • Was wäre, wenn wir unserer Tochter bereits nächstes Jahr die Nachfolge des Familienunternehmens übertragen könnten?
  • Was wäre, wenn wir den härtesten Konkurrenten bis in zwei Jahren übernähmen?

Regelmässig in Szenarien denken

Es sind diese Fragen, die tatsächlich ergiebig sind, die zum Denken anregen und Energien freisetzen. Damit lassen wir gleichzeitig originelle Denkanstösse zu. Wir entwickeln kreative Lösungsansätze, suchen sinnvolle Alternativen und schlüssige Antworten auf positive und negative Aspekte – und wir gehen unversehens Wege, an die wir bislang noch nie gedacht haben.

Vor allem aber üben wir, in Szenarien zu denken. Dies bietet zudem die Gelegenheit, Denkschemata aufzulösen und so Chancen und Probleme, Herausforderungen und Konsequenzen aus einer anderen Richtung zu betrachten. Und es erlaubt, wirklich Einfluss zu nehmen: Entscheidungen vorzubereiten, Auswirkungen abzuwägen, Massnahmen in die Wege zu leiten und schliesslich zu handeln.

Dieses Vorgehen braucht vielleicht etwas Mut. Unter Umständen müssen wir sogar mit Annahmen arbeiten, die das bisherige Weltbild auf die Probe stellen. Doch mitunter wäre es denkbar, auf Antworten zu stossen, an die wir nie im Leben gedacht hätten.