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Zwischen den Zeiten

Publiziert von André Pahud am 26. Dezember 2017 unter Allgemein

 

 

Zwischen Weihnachten und Neujahr

Für manche von uns gehören diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr zu den schönsten im ganzen Jahr.

Sie haben diesen besonderen Charme, den man erlebt haben muss, um ihn zu begreifen. Gestern noch lief das Unternehmen auf Hochtouren. Und jetzt sind alle Jahresendgespräche geführt, die Kundengeschenke verteilt und die Reden an den Weihnachtsapéros gehalten. Nun ist es angenehm ruhig, und die Hektik scheint urplötzlich verflogen.

Die mystische Zeit

Die tobende Brandung, die das Unternehmen noch bis vor wenigen Stunden umklammert hielt, hat fast augenblicklich nachgelassen. Viele von uns geniessen diese beinahe mystische Zeit zwischen dem alten Jahr, dessen Spuren unübersehbar sind, und dem neuen, von dem wir uns so vieles erhoffen und dennoch bloss die Jahreszahl kennen. Es ist diese Ruhe im Sturm, die fasziniert und die uns ermöglicht, einen Moment stehen zu bleiben und das Geschehen um uns herum wie in Zeitlupe zu beobachten.

Was haben wir in den vergangenen zwölf Monaten alles erlebt, was erfahren, gelernt und verstanden? Verliefen die Tage und Wochen so erfolgreich, wie wir es uns zu Beginn des Jahres erhofft hatten? Sind wir persönlich, beruflich, wirtschaftlich und in unseren Beziehungen weiter als Anfang 2017? Wen haben wir im vergangenen Jahr neu kennengelernt, welche Verbindungen sind vertieft worden, und von wem mussten wir ­– vielleicht für immer – Abschied nehmen?

Unsere Zeitinseln liegen zwischen den Zeiten

Wann sonst erkennen wir unsere Veränderungen und unsere Fortschritte eindrücklicher als in Augenblicken, in denen wir einen Gang zurückschalten? Tage wie diese bedeuten mehr, als es Ferien oder andere Feiertage je bewirken könnten. Sie bilden die deutlichste Trennlinie zwischen dem, was war, und allem, was noch kommen wird.

Diese Zeitinsel wird aber nicht ewig bestehen, und das Leben nimmt unweigerlich seinen Lauf. Aber noch ist es nicht soweit, denn noch befinden wir uns zwischen den Zeiten.

 

© Foto: Kilian Schönenberger